Bruno, unser Stallkater

Hier seht Ihr Bruno. Er kam eines Tages daher und blieb, einfach so. Und das, obwohl er woanders schon ein Zuhause hatte! Sowas könnte sich ein Pferd nie erlauben. Nun ja, er stört mich nicht weiter, möchte mal sagen, er ist mir gleichgültig. Aber es scheint ihr ziemlich viel an ihm zu liegen. Auch ihm bringt sie jeden Tag Leckerbissen mit. Ich habe mal probehalber daran

geschnuppert. Pah, roch das eklig! Aber was soll man von jemandem erwarten, der Mäuse frisst? Für ihn muss das stinkende Zeug wohl total köstlich sein. Er selbst riecht allerdings neutral - habe mal meine Nüstern in sein Fell gesteckt, als er mir um die Beine strich.

Bruno schleckt Vitaminpaste
Ein Sonnenbad mit Narzissen
Freundlicher Bruno

Neu !!!

Wie ich bereits erwähnte, sie mag Bruno sehr. Sie redet mit ihm fast so wie mit mir und nimmt ihn sogar auf den Arm. Manchmal, wenn ich auf der Stallgasse stehe und sie mich putzt und betüddelt, kommt er um die Ecke gebogen, sagt etwas zu ihr und schon bin ich abgemeldet.
“Na, mein Kleiner,” höre ich sie dann flöten, “hast du so einen Hunger?” Und er kriegt das Ekelfutter in sein Schälchen und ich höre sie weiter mit ihm plaudern.

Na, da kann selbst ich meine angeborene Zurückhaltung vergessen, und ich melde mich zu Wort. Ein scharrender Huf unterstreicht wirkungsvoll meinen Protest.
“Diana! Bist du eifersüchtig? Ich komm’ doch gleich wieder zu dir,” ruft sie und lacht.
“Eifersüchtig? Ich?” Ich setze mein hochmütigstes Gesicht auf.
Und dieser Bruno tut dann geradezu so, als gehöre sie ihm, dabei ist sie doch mein Mensch!
Nun ja, ansonsten kann ich mich nicht über ihn beschweren.

Es ist noch gar nicht lange her, da dachte ich, er hätte das Weite gesucht. Er war einfach fort, von einem Tag auf den anderen. Das hat mir aber auch nicht gefallen. Jedesmal, wenn sie kam, musste ich ihr trauriges Gesicht sehen . . . Alle Leute hat sie ausgefragt, ob sie ihn denn nicht gesehen hätten und ich glaube, sie ist ihn auch suchen gegangen.

rotbraunes Kätzchen

Nach einer Zeit, die wir Stuten brauchen, um eine unserer Weiden abzugrasen, passierte es dann. Sonntagmorgens um sieben Uhr früh ist sie da, um mich und meine Kolleginnen rauszubringen. Da höre ich sie plötzlich draußen und ihre Stimme überschlägt sich beinahe: “Bruno! Du lebst ja doch noch! Wo kommst du denn jetzt her?”
Großes Theater um Katers Wiederkehr. Ich und alle anderen Stuten mussten warten. Als sie mich endlich aus der Box holte, habe ich natürlich auch ‘nen Blick auf Bruno geworfen. Sah ziemlich runtergekommen aus. Mager und voller Zecken. Möchte nicht wissen, was der erlebt hat.
Irgendwie war ich aber auch froh, dass er wieder da war.

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Katze auf dem Zaun